Munnar Trekking - ein Trip zum Ursprung


Gerade ein paar Tage her ist eine ganz besondere Naturerfahrung, die ich sicherlich nicht so schnell vergessen werde.

Ich suchte mir auf meinem GPS-Kartenmaterial eine Trekkingroute in der Nähe von Munnar aus, um einen weiteren Tag ohne einheimische Guides unterwegs sein zu können. Tags zuvor hatte ich so schon den Malbrei, einen 2200 m hohen Berg, bestiegen. 

Dann schloss sich am Vorabend auch noch spontan beim gemeinsamen Abendessen ein sehr sympathisches französisches Pärchen an, die bereits am ersten Tag mit mir und einem einheimischen Guide unterwegs waren.

Am nächsten morgen fuhren wir mit dem Bus von Munnar ins ca. 8 km entfernte Dorf Devikulam. Dort startete die Tour, die auf die Bergkette des Bergs Chokramudi führen sollte. Der erste Teil des Weges schlängelte sich durch wunderbar gelegene Teeplantagen an einem kleinen Tempel vorbei.

Dann, am Ende der Plantagen, ging es in den Regenwald hinein. Schnell wurde uns klar, dass dieser Trail von nicht vielen Menschen begangen wird. Denn schon auf den ersten Metern konnte man im dichten Gestrüpp kaum noch einen Weg erkennen. Als er laut Karte dann auf einen Felsrücken führte, hatten wir den ersten (kleinen) Teil der schweißtreibenden Dschungeldurchquerung hinter uns. Zeit für einen Ausblick...

Kurz danach ging es durch den Dschungel weiter den Berg rauf. Teilweise konnte ich mich gar nicht mehr richtig an der Karte orientieren, da der dicht zugewachsene Wald nur Wege für uns öffnete, die zuvor von Tieren gebahnt worden waren:

Nach ca. 2 Stunden "Schwerstarbeit" kamen wir endlich auf dem Bergrücken aus und machten Mittagspicknick...

Wir scherzten noch darüber, ob der Rückweg wohl genauso beschwerlich sein würde - Wie voraussehend!!

Während ich schon meinen Mittagssnack einverleibte, zogen die beiden sich die Schuhe aus. Und beide staunten nicht schlecht, als sich jeweils am Knöchel ein Blutegel angesaugt hatte. Ich schaute sofort auf meine Füße, konnte aber zum Glück keinen Mitesser entdecken. Dann entfernten wir die Sauger erstmal mit Desinfektionslösung. Mein Erste-Hilfe-Paket kam also auch noch zum Einsatz. 

Über den Grad des Berges ging es dann ein Weile über Grasland mit tollen Aussichten weiter...


Doch es dauerte nicht lange, bis der Weg wieder abwärts verlief und wir wieder den Rand des Regenwaldes erreichten. Natürlich war wieder kein Weg zu erkennen. Mithilfe eines Stocks, mit dem ich den Weg freischlug, und meiner Karte bahnten wir uns so den Weg den Berg herunter.

Als wir dann endlich aus dem ersten Teil des oberen Regenwaldes hinauskamen, hatten wir allerdings eine ca. 500 m lange Passage über "zum Glück" griffigen aber sehr steilen Fels abwärts zu steigen.

Plötzlich standen wir vor einer ca. 8 m tiefen Felskante, deren Ende im wilden Pflanzenwuchs des Regenwaldes endete. Man konnte also rein gar nicht sehen, wo dieser Abgrund endete. Lediglich erahnen ließ sich anhand der Größe der Bäume, dass es darunter noch 2-4 m in die Tiefe ging. Ich schaute nochmals stutzig auf meine GPS-Karte, die mir allerdings unmissverständlich klar machte, dass dies der Weg sei.

Nach ca. 5minütiger Sivhtung und Besprechung der Lage fanden wir dann 10 m weiter rechts eine Abstiegsmöglichkeit, die direkt auf dem Pflanzenbewuchs im Fels entlang ging. Schnell realisierten wir, dass dieser Bewuchs nicht sonderlich haltbar ist. Ich rutschte dann direkt mal einen Meter tiefer. Und unter dieser Bruchstelle offenbarte sich eine kleine schöne offensichtlich schlafende Schlange. Denn sie bewegte dich erstmal gar nicht. Erst als wir bemerkten, dass wir zum weiteren Abstieg wieder ein paar Meter zurück mussten, also wieder an der Schlange direkt vorbei zu steigen hatten, verschwand sie im Dickicht des Waldes.

Endlich, nach ca. 15minütigem Rumkraxeln auf dieser Felskante, fanden wir einen Weg über das sämtliche Pflanzengestrüpp auf den Waldboden. Sichtlich erleichtert bahnten wir uns dann weiter den Weg durch den Wald.


Wir ahnten schon, dass es nun bis zu ddn Teeplantagen nicht mehr so weit sein konnte, als eir inmitten des Waldes eine große Lichtung mit plattgewalzten Pflanzen sahen. Direkt auf den Pflanzen lagen fußgroße Kothaufen. Hier waren also vor kurzem (sie sahen noch sehr frisch aus) Elefanten. Südwärts konnte man eine breite Schneise entdecken, die die Elefanten hinterlassen hatten. Interessanterweise genau in die Richtung, in die wir laut Karte gehen mussten. Schon nach ca. 10 min erreichten wir sehr komfortabel die Teeplantagen. Wir atmeten alle drei tief durch, da wir diese kleine Abenteuer zusammen gut bewältigt hatten. Ein Kurzer Blick der jungen Französin auf ihre Füße sorgte allerdings umgehend wieder für etwas Aufregung, da mehrere Blutegel dabei waren, ihren Schuh zu erstürmen. Zum Glück hatte aber noch keiner eine Ansaugstelle erreicht. Der Schuh wurde dann erstmal ausgiebig entblutegelt.


Auf unserem weiteren entspannten Weg durch die Teeplantagen lagen weitere zahlreiche frische  Kothaufen der Elefanten. 


Wir freuten uns allein schon über die Situation,  dass wir ganz in der Nähe einer Gruppe wilder Elefanten wanderten, als sich hinter einem Hügel dann folgender Anblick bot...


Wir konnten es kaum glauben. Und der Blick auf meine beiden französischen Begleiter verriet mir, dass sie in diesem Moment genauso glücklich waren, wie ich. 

Ich bin immer nocn tief berührt davon, wie reich man beschenkt wird, wenn man die Natur als das annnimmt, was sie ist. Wild und ursprünglich. Durch unsere alltäglichen gewordenen Komfortzonen vergessen wir ganz, woher wir kommen. Nicht aus dem Reagenzglas oder der Fabrik - wir sind Natur und brauchen natürliche Zusammenhänge, um unserem Kern, unserem Selbst näher zu kommen.


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